Lagerfeuer

Das Lagerfeuer ist kein Spielkram, sondern eine wichtige Einrichtung, deshalb gibts den "Feuerführerschein"

Nur wer den Feuerführerschein bei seinem Gruppenleiter erfolgreich bestanden hat, darf ein Lagerfeuer betreiben. Die Einstellung, das macht ja nichts, das merkt ja keiner, ist nicht waldläufergerecht. Es ist ein wichtiges, ernst zu nehmendes Gesetz der Waldjugend: Feuer dürfen nur diejenigen machen, die einen Feuerführerschein gemacht haben. Dazu macht der Wildling oder der Waldläufer eine theoretische und eine praktische Prüfung, zu der auch das richtige Löschen eines Lagerfeuers gehört. Übrigens gehören zum Feuerführerschein auch Feuerverhütungmaßnahmen und Erste Hilfe-Massnahmen, die es zu beherzigen gilt. Dabei sind die meisten Unfallursachen Funkenflug ins Gesicht oder auf Gepäckstücke, Verbrennungen an der Haut und im Zelt Rauchvergiftungen, weil das Feuerholz zu nass ist oder generell, weil die Lüftung für frische Sauerstoffzufuhr nicht gegeben ist. Die nächsthäufigen Unfälle passieren aufgrund eines unsachgemäßen Umgangs mit Axt (beidhändig/langer Stil) oder Beil (einhändig/kurzer Stil). Jüngeren Teilnehmern ist deshalb das Tragen einer Schutzbrille empfohlen, um sich vor Funkenflug zu schützen. 

Und nun zu den unterschiedlichen Lagerfeuer-Typen, die je nach ihrer Form bzw. ihrer Aufgabe definiert werden. Zum Beispiel:

1. Das Sternfeuer

Es ist danach benannt, das die trockenen Holzscheite sternförmig um die Glut angeordnet sind. Die Aufgabe des Sternfeuers ist möglich lange zu brennen, ohne viel Holz zu verbrauchen. Das Sternfeuer ist ideal für die Nachtwache. Jeweils von außen schiebt der Wachhabende den Holzscheit in die Mitte des Feuers. Das Holz brennt also nicht vollflächig, sondern nur vorne an der Spitze. In der Mitte glimmt die Glut mehr, als das hier ein Feuer mit lodernder Flamme brennt. Das Feuer spendet leichte Wärme, signalisiert optisch Geborgenheit und brennt wie gesagt nicht so schnell herunter.

2. Das Pyramidenfeuer

Wie der Name schon sagt, sind die Holzscheite in Pyramidenform aufgestellt (siehe Abbildung). Dementsprechend ist die Flamme groß und der Holzverbrauch ganz schön heftig. Dafür gibt es aber ein schönes Feuer, das auch zum Kochen gerne benutzt wird. Es empfiehlt sich zunächst einen Reisigkern anzulegen bevor man eine Schicht, dünner Holzscheite als Pyramide aufstellt. Außenherum bilden dicke Holzscheite einen Mantel, der sich erst dann entzündet, wenn die dünnen Holzscheite Feuer gefangen haben.

2. Das Pagodenfeuer

Das Pagodenfeuer sind im Quaree gestapelte Holzscheite. Das Feuer lodert auf breiter Fläche und sorgt für schnelle Wärme z.B. in der Jurte. Die oberen Scheite fallen in das Innere und brennen im Innenraum auf dem Boden weiter. So wird Schicht für Schicht verbrannt. Diese Feuerart wird auch gerne genommen, wenn schnell gekocht werden soll.

Dies sind die gebräuchlichsten Lagerfeuer. Weitere Lagerfeuer findest du im separaten Unterrichtsblatt.

Der Tipp: Benutze, wann immer es geht eine Feuerschale aus Metall für dein Feuer und schone somit den Boden. (Siehe obiges Foto). Wenn du keine Feuerschale hast, fasse das Lagerfeuer unbedingt kreisförmig mit dicken Feldsteinen ein. So ist sichergestellt, dass sich das Feuer nicht am Boden ausbreitet. Bitte nicht vergessen, das nach Ende des Lagerfeuers die Reste wie Holzkohle und andere Überbleibsel nicht einfach an der Feuerstelle liegengelassen werden. Der Naturfreund sammelt die Reste ein und entsorgt sie fachgerecht bei nächster Gelegenheit in der Mülltonne. Und noch etwas wird häufig falsch gemacht, man benutzt zu feuchtes, ja sogar nasses Feuerholz, weil man versäumt hat rechtzeitig für trockenes Holz zu sorgen. Das Ergenis ist eine zu große Rauchentwicklung im Zelt, die einen gesundheitsgefährdenden Qualm verursacht. Gerade die schlafenden Kameraden sind dann einem hohen Anteil von Kohlenmonoxyd ausgesetzt und können sich schlafender Weise nicht schützen. Die Nachtwache muß dann dringend lüften und die Außenwände öffnen, um den Qualm entweichen zu lassen.  Also immer darauf achten, das ihr ein rauchfreies Feuer habt, indem ihr gar nicht erst nasses Holz auflegt. Aber das lernt ihr ja alles im Feuerführerscheinkurs der Waldjugend Hamburg e.V. 

Achtung: Setzt sich jemand über die Regeln des Feuerführerscheins hinweg, obwohl er als Inhaber eines Feuerführerscheins um die Gefahren weiß, so kann ihm die Erlaubnis zum Feuermachen auf Zeit entzogen werden, gefährdet er doch durch sein Verhalten andere Lagerteilnehmer grob fahrlässig.