Späherpunkt 2: Forsteinsätze

 

Natur- und Forstschutz in Wäldern,
Heide, Flüssen und Mooren                  
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Natur und Forstschutzmaßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil der Waldjugendarbeit. Am besten nimmst du an allen Programmen teil, denn es macht wirklich Spaß und Späherpunkte gibt es dafür natürlich auch! Hier ein paar Beispiele, wie wir Natur- und Forstschutz betreiben: 

Beispiel 1: Pflanzaktion auf Streuobst-Wiesen (z.B. in Wilhelmsburg)
Wir pflanzen Obstbäume auf Streuobstwiesen mit hochstämmigen Apfelbäumen, die eigentlich aussterben, weil ihre Äpfel nicht der EU-Norm entsprechen. Wir wollen nicht nur diese Pflanzenarten und Apfelsorten bewahren, sondern auch einen Lebensraum für Vögel und viele Insekten schaffen. Dazu gehören der Wiedehopf, der Gartenrotschwanz, Eidechsen, Igel, Marder, Schmetterlinge, ja sogar Eulen werden von Streuobstwiesen geradezu magisch angezogen. Man hat schon bis zu 3.000 Tiere in Streuobstwiesen gezählt. Aber das Pflanzen von Obstbäumen will gelernt sein. Wichtig sind z.B. der Wurzelschnitt und die Saftwaage. Was das ist, erfährt du auf dem Forsteinsatz "Streuobstwiese" bei dem du deinen eigenen Baum pflanzen kannst.!
 

 

Beispiel 2: Gewässer-Renaturierung
Viele Bäche werden durch natürliche Verwerfungen an ihrem normalen Flußlauf gehindert. Das Beispiel zeigt, wie man mit einer einfachen Aufräumaktion dem Bach helfen kann, das das Wasser wieder ungehindert fließen kann. Aber nicht nur das, viele Bäche und Flüße sind fälschlicher Weise vom Menschen begradigt worden, so daß das Wasser viel zu schnell fließt und am Ufer bestimmte Pflanzen und Tiere kaum eine Chane haben, zu leben bzw. sich hier anzusiedeln. Das ändern wir, indem wir starke Stromschnellen verlangsamen - machmal durch den Bau von Wehren - so daß wieder Lebensraum für Pflanzen und Tiere am Wasser entsteht. Ein wirklich nützlicher Forsteinsatz.

 

Beispiel 3:  Entkusslung eines Moorgebietes (Raackmoor)
Die Stadt Hamburg ist sehr darum bemüht, die natürlichen Moore der Hansestadt zu bewahren, sind sie doch der Lebensraum wichtiger Tiere wie z.B. Frösche, Lurche, Eidechsen und viele Pflanzen, die für unsere Öko-Bilanz wichtig sind. So wurden z.B. von der Stadt Hamburg viele Millionen Liter Wasser von der Hamburger Feuerwehr  in das Raackoor eingebracht, damit es nicht austrocknet. Unser Beitrag im Raackmoor ist es mitzuhelfen, das das Moor nicht zuwächst mit Bäumen und Pflanzen, die sich selbst aussähen. Überlässt man das Wachsen der Pflanzen sich selbst, würde das Moor bald verschwinden und somit der Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere, die nur im Moor gedeihen.

 

 

Beispiel 4: Bau einer Totholzpyramide (Harburger Berge)
Wie schon an anderer Stelle beschrieben, wurde früher das Unterholz eines Waldes beseitigt, weil man diese Art von Waldpflege für richtig hielt. Ein Wald sollte eben schön "ordentlich" aussehen. Heute weiß man, das im morschen Unterholtz viele Insekten, Kleintiere und z.B. der Hirschkäfer Ihr zu Hause haben. Wenn heute die Holzwirtschaft aus kommerziellen Gründen selbst kleinste Holzreste verwertet (z.B. für Spanplatten), haben viele Lebewesen keinen Lebensraum mehr. Deshalb bauen wir in Wäldern Totholzpyramiden, um dieser Fehlentwicklung  entgengenzuwirken. 
 

 

Beispiel 5: Entkusslung der Heide (Lüneburger Heide)
Die Heidelanschaft ist keine Naturlandschaft, sondern eine sogenannte Kulturlanschaft, die von Menschenhand geschaffen wurde. Das Problem ist allerdings, das sich in der Heidelandschaft viele Pflanzen und Bäume selbst aussäen und sich schnell vermehren. Wenn man dies nicht verhindert, würde die Heide bald zuwuchern und verschwinden. Zusammen mit der Loki-Schmidt-Stiftung helfen wir alljährlich bei der sogenannten "Entkusslung" - wie man das Säubern nennt. Unser Bild zeigt das Tagesergebnis der ausgesonderten Pflanzen und Bäume.

 

Beispiel 6: Reinigung des Seeve-Bachs (Seevetal)
Das Beispiel zeigt, wie man mit einer einfachen Aufräumaktion dem Bach helfen kann, das das Wasser wieder ungehindert fließen kann. Pflanzen und Tiere können wieder auf natürliche Art gedeihen. Dabei treibt der Bach den Unrat, der oft auch durch Wind und Sturm ins Flußbett gelangt, manchmal viele Kilometer und viele Jahre vor sich her, bis das Treibgut sich an einer Engstelle sammelt und den Flußlauf stört. Unsere Aufgabe war es diese Hindernisse zum Wohle der Natur wieder zu beseitigen.