Späherpunkt 21: Erste-Hilfe

 

 Besuche einen Erste-Hilfe-Kurs beim DRK                       zurück 
 - was erwartet Dich?

 Der Besuch eines Erste-Hilfe-Kurs z.B. beim DRK ist eine wirklich nützliche Sache. Nich nur weil er für den Erwerb einer Juleica-Card  ohnehin  vorgeschrieben ist, sondern weil man täglich in eine Situation geraten kann, bei der Kenntisse in "Erster Hilfe" von großem Nutzen sein kann.  Fast alle unsere Mitglieder haben diesen Erste-Hilfe-Schein schon erworben, einige sogar schon mehrfach. Was lernt man dort und worauf  muß man achten? Hier ein paar Tipps, die natürlich keinen zweitägigen Wochenendkurs ersetzen können, die dir aber schon eine vage  Vorstellung vermitteln, was im Erste-Hilfe-Kurs vermitelt wird.

    

In Deutschland ist jeder Bürger zur Hilfeleistung verpflichtet. Wer im Notfall nicht eingreift, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar. Wer einen Auto-Führerschein erwerben möchte, muss vorher einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. Eine Wiederholung ist nicht vorgeschrieben, empfohlen wird jedoch, die Kenntnisse alle zwei bis drei Jahre aufzufrischen. Unter der Notrufnummer 112 erreichst Du in Deutschland eine Rettungsleitstelle, die je nach Problem Feuerwehr oder Rettungsdienstalarmiert. Die Leitstelle kann dich auch zur Polizeiweiterleiten, das dauert aber länger, als direkt die Notrufnummer der Polizei zu wählen. Der Anruf ist kostenlos und selbst dann möglich, wenn dein Handy kein Guthaben mehr aufweist.

Hier nun ein paar wichtige Regeln vorab:

1. Die Schock-Regel

Erkennen

  • Unruhe, Angst, Nervosität
  • blasse Hautfarbe
  • kalte, oft schweißnasse Haut
  • Frieren, Zittern
  • im späteren Verlauf Ruhe, Teilnahmslosigkeit, ggf. Bewusstlosigkeit

Diese Zeichen treten nicht immer alle und nicht immer gleichzeitig auf. Das Bewusstsein ist zunächst meist erhalten. Gefahr: Wird der Schock nicht beseitigt, kann unter Umständen der Tod durch Sauerstoffmangel eintreten.

Maßnahmen

  • Notruf.
  • Ermutigen, trösten und betreuen.
  • Betroffenen hinlegen und warm zudecken, für Ruhe sorgen
  • Beine hoch lagern. Aus erhöhten Beinen fließt Blut zum Gehirn und zu den Organen.
  • Bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung
  • Bei Herz-Kreislauf-Stillstand Herz-Lungen-Wiederbelebung.

 
2. Die stabile Seitenlage

Wie Du vielleicht weißt, kann es durch verschiedene Einwirkungen auf das Gehirn zu Störungen des Bewusstseins kommen, so z.B. durch

 

  • Störungen der Atmung oder des Kreislaufes
  • Witterungsbedingte Einflüsse, wie z.B. Hitzschlag
  • Hirnbedingte Krampfanfälle

Bei Bewusstlosigkeit liegt eine Störung der vitalen Funktion vor. Dadurch entstehen Gefahren für den Betroffenen:

  • Anatmen von Fremdkörpern

  • Atemstillstand als Folge der Anatmung von Fremdkörpern, oder als Folge einer Schädelverletzung 
    Das Anatmen von Fremdkörpern in die Atemwege ist eine Gefahr bei fehlenden Schutzreflexen. Schutzreflexe bewirken z.B. den unwillkürlichen Husten beim Verschlucken. Mit zunehmender Bewusstlosigkeit verschwinden diese Reflexe, so dass z.B. Speisereste im Mundraum, Mageninhalt beim Erbrechen, Blut bei Mundblutungen oder Nasenbluten in die Atemwege gelangen können, und nicht von dort weggehustet werden.

    Bei Bewusstlosigkeit und ausreichender Atmung wird der Betroffene in die stailoe Seitenlage gebracht. Ziel dieser Lagerung ist, dass der Mund des Betroffenen zum tiefsten Punkt des Körpers wird, so dass Erbrochenes und Blut abfließen kann und nicht in die Atemwege gelangen.

 


3. Blutstillung

Beim Erwachsenen bedeutet ein Verlust von ca. 1 l Blut bereits Lebensgefahr. Bei Kindern und Kleinkindern besteht diese Gefahr wegen der insgesamt geringeren Blutmenge schon erheblich früher. 

 

  • Die Blutstillung ist daher grundsätzlich möglichst schnell durchzuführen, um einen größeren Blutverlust zu vermeiden.
  • Die Blutstillung wird immer am liegenden Betroffenen durchgeführt.

Fast jede Blutung aus einer Wunde lässt sich durch genügend starken Druck von außen auf die Blutungsquelle zum Stillstand bringen .Unter Umständen müssen Sie auch in eine Wunde hineindrücken; hierzu verwenden Sie möglichst keimarmes Material, z.B. Mullkompressen, geöffnete Verbandpäckchen. Notfalls könne auch saubere Tücher verwendet werden. Da jede starke Blutung zum Schock zum führen kann, müssen im Anschluss an die Blutstillung stets die Maßnahmen der Schockbekämpfung durchgeführt werden. 

4. Druckverband mit Dreiecktuch

Zuerst muss die Wundauflauflage auf die Wunde gelegt werden. Danach das bereitsgefaltete Dreiecktuch so auf die Wundauflage legen, dass ein kurzes und ein langes Ende herunterhängen und das Druckpolster auf den Wundbereich legen. Das lange Ende des Dreiecktuchs wird  nun über das Druckpolster gewickelt und mit dem anderen Ende verknotet. Verbundene Körperteile sollten hochgelagert werden.

5. Maßnahmen zur Feststellung der Atmung 

Ist der Betroffene bewusstlos, erschlaffen seine Muskeln. Liegt der Betroffene in Rückenlage, kann die Zunge in den Hals zurücksinken und die Atemwege blockieren. Es ist daher unbedingt notwendig, dass Du dem Bewusstlosen die Atmung überprüfst. Zur Atemkontrolle muss zunächst der Hals des Verletzten überstreckt sowie der Mund leicht geöffnet werden.

  • Atemwege freimachen durch Neigen des Kopfes nach hinten bei gleichzeitigem Anheben des Kinns.
  • In dieser Position wird die Atemkontrolle durch Sehen, Hören und Fühlen durchgeführt:
    • Sehen, ob der Brustkorb sich hebt und senkt
    • Ohr über Mund und Nase des Betroffenen legen und hören, ob Atemgeräusche vorhanden sind
    • Dabei mit der Wange prüfen, ob Luftstrom des Betroffenen fühlbar ist
    • Die Atmung wird längstens 10 Sekunden kontrollie

 

6. Erste Hilfe bei Verbrennungen

  • Brennende Person aufhalten, Kleiderbrände sofort löschen (z. B. mit Wasser übergießen, brennende Person auf Boden wälzen, Flammen mit Decke (oder ähnlich dichten Gewebe wie bspw. Mantel) ersticken, Klopfen vermeiden.
  • Bei Verbrühungen Kleidung möglichst rasch und vorsichtig entfernen, ohne dabei die Kaltwasseranwendung zu verzögern.
  • Kleinflächige Verbrennungen können zur „gefühlten“ Schmerzlinderung (beispielsweise ein Finger) sofort für ca. zwei Minuten mit Wasser abgekühlt werden. Das Kühlen ist in jedem Fall auf die verbrannte Körperstelle zu begrenzen.
  • Im Gesicht wird mit feuchten Tüchern gekühlt, wobei die Atemwege immer frei bleiben müssen.
  • Wundversorgung: Keimarmes Bedecken der Brandwunde, z.B. Wunde mit Verbandtücher/Metalline-Tücher  locker umwickeln
  • Schockbekämpfung
  • Ermutigen, trösten, betreuen und beobachten Sie den Betroffenen
  • Verbot der Anwendung von Hausmitteln (wie bei allen Verletzungen), weil der Arzt die Wunde unbedingt unverändert sehen muss, um sie beurteilen und versorgen zu können.
  • Eingebrannte oder mit der Haut verklebte Kleidung nicht herausreißen, sondern außerhalb der Wunde abschneiden.

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* Regeln mit freundlicher Genehmigung des DRK