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Einige Begriffe, die du kennen solltest!

Die Waldjugend hat nicht nur eine lange Tradition und deshalb auch viele Besonderheiten, die man als Mitglied kennen muss, sondern die Waldjugend ist auch ein moderner Jugendverein, der sich um aktuelle Themen unserer Tage kümmert, d. h. Nachhaltigkeit ist für uns genauso wichtig, wie verantwortungsbewußter Umgang mit unseren Rohstoffen und Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Hier die wichtigsten Begriffe aus der Welt der Waldjugend und aus  Natur- und Umweltschutz:

1. Die Kluft

Die Mitglieder tragen in der Regel ein dunkelgrünes Hemd, mit dem Abzeichen der Waldjugend Hamburg e.V., dem Buchenblatt. Zu besonderen Anlässen ist das Tragen des grünen Hemdes nicht unbedingt Pflicht, wird aber gern gesehen, ansonsten ist das Tragen freiwillig. Und wann bekommt man sein grünes Halstuch verliehen? Das gibt es nach erfolgreicher Probezeit von 4 Wochen und kann auch ohne Grün-Hemd getragen werden.
Das grün-schwarze Halstuch hingegen gibt es erst dann, wenn man die Waldläuferprobe bestanden hat, das heißt nach dem Besuch von 2 Seminaren (oder einem Lager) und nach dem Erwerb von zwei Späherpunkten. Auch das grün-schwarze Halstuch wird zusammengerollt um den Hals getragen. Die Farbe Schwarz steht hierbei sinnbildlich für Fahrt und Lager, die grüne Farbe spiegelt dabei die Verbundenheit zur Natur und Umwelt wider. Deshalb ist unser Internet-Auftritt auch schwarz und grün gestaltet. Die beiden Enden des Halstuches werden mit einem Knoten zusammengefasst. Der Knoten symbolisiert die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Waldläufer untereinander.

2. Namen

Die jüngsten Mitglieder, die 8- bis 10-Jährigen, werden Wildlinge genannt, die älteren Mitglieder bezeichnen sich als Waldläufer. Die Gruppen bilden eine Horte, mehrere Horten an einem Ort werden Horste genannt.

3. Das Thing

Als Thing werden bei vielen Jugendorganisationen, so auch bei der Waldjugend Hamburg e.V. die Mitglieder-Vollversammlungen bezeichnet, auf der wichtige Entscheidungen des Vereins getroffen werden: z.B. Satzungsänderungen, Programm-Verabschiedung, Wahl des Vorsitzenden, Rechenschaftsberichte über das abgelaufene Jahr, Bestellung des Kassenwarts und des Kassenprüfers, Beitragsfestsetzung etc. Über die Ergebnisse des Thing wird ein schriftliches Protokoll angefertigt, dem alle Teilnehmer in einer bestimmten Frist zustimmen müssen. Sollte jemand mit einzelnen Formulierungen nicht einverstanden sein, kann er innerhalb einer Frist Einspruch einlegen.

Verantwortlich für das Thing ist bei uns Julia Jenkner, 1. Vorsitzender.

4. Die Kundschafter- und Späherprobe

Ein wichtiger Bestandteil der Waldjugend-Arbeit ist die Kundschafter- und Späherprobe. Sie beinhaltet 20 Aufgaben, die ein Waldläufer im Laufe seiner Waldjugendzeit ausführen sollte. Zu den Aufgaben gehören zum Beispiel der Bau von Nistkästen, die Kenntnis von Pilz-Arten, der Aufbau einer Kothe, der Lagerfeuer-„Führerschein“, der Umgang mit dem Fahrtenmesser oder die Gestaltung eines Gruppenabends. In „Späher-Seminaren“ können sich die Waldläufer auf die Prüfungen vorbereiten. Wenn jemand 4 Aufgaben geschafft hat, darf er sich Waldläufer nennen. In der Regel dauert es 3 bis 4 Jahre, ehe man alle Übungen absolviert hat, denn diese sind auch altermäßig gestaffelt. So kannst Du die Probe für den Umgang mit einem Fahrtenmesser z.B. erst mit 12 Jahren ablegen, die Probe einer Gruppenführer/In (mit Juleica) erst mit 16 Jahren. Für die Späherproben bekommst Du ein kleines Heft, indem alle Übungen beschrieben sind und die bei abgenommener Proben mit einem Stempel und mit Unterschrift eigetragen werden.

5. Die Juleica

Die Jugendleiter/In-Card (Juleica) ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter-innen in der Jugendarbeit. Sie befähigt den Inhaber Jugendgruppen selbständig zu führen, sei es in Jugendeinrichtungen, auf Fahrten oder in Freizeitlagern. Die Juleica kann frühestens mit 16 Jahren durch zwei Wochenendkurse in dafür anerkannten Instituten erworben werden. Gleichzeitig ist ein Erste-Hilfe-Kurs erforderlich. Die Juleica dient der Legitimation und als Qualifikationsnachweis der Inhaber-innen. Zusätzlich soll die Juleica auch die gesellschaftliche Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement zum Ausdruck bringen. 

6. Waldpädagogik

Der Bund Deutscher Forstleute BDF hat eine Reihe von Inhalten und Methoden zum Thema Waldpädagogik festgelegt. So hat die Waldpädagogik das pädagogische Ziel den nachhaltig handelnden Menschen anzustreben. Die Waldpädagogik befähigt dazu, Verantwortung zu übernehmen: für sich selbst, gegenüber kommenden Generationen und der Natur.

Als Methoden haben sich bewährt:

  • Ausstellungen
  • Basteln/Werken/Produzieren
  • Forschen/Experimentieren
  • Filmen/Fotografieren und Filme/Fotos verwenden
  • Künstlerisches Gestalten
  • Naturlehrmittel einsetzen
  • Quiz durchführen
  • Sinne einsetzen: Sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen …
  • Spielen
  • Suchen, bestimmen und sammeln
  • Theaterspiele
  • Waldarbeit durchführen

7. Der Haik

Der Haik (engl.hike=wandern) ist eine Art Orientierungslauf, bei dem Jugendliche auf dem Weg zu einem festgelegten Ziel verschiedene Aufgaben im Wettkampf mit anderen Gruppen lösen. Dadurch werden Eigenschaften trainiert, die für die Erziehung zu einem selbstständig denkenden und handelnden Jugendlichen von großer Bedeutung sind:

  • das selbstständige Durchdenken einer Situation
  • das selbstständige Entscheiden für die eine oder andere Handlungsweise
  • das selbstständige Handeln
  • die Zivilcourage
  • Kontaktaufnahme zu fremden Menschen
  • Arbeit im Team

8. Was heißt für uns bündisch?

Die Blütezeit der Bündnisse wie z.B. Wandervögel und Pfadfinder lag in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Bündnisse zeichneten sich nach den Wirren des 1. Weltkrieges aus durch Freiheitsliebe und Naturverbundenheit einer neuen, jungen Generation.

Als Gegenentwicklung zu einer bis dahin autoritären, durch Obrigkeitsdenken geprägten Kaiserzeit sehnten sich Jugendgruppen nach einer demokratischen, friedvollen Welt in der man selbständig denken durfte und eigene Verantwortung entwickeln konnte. Dies zu erreichen, war jedoch nur ohne den Einfluß der überwiegend obrigkeitshörigen Erwachsenen möglich, die einen demokratischen Neuanfang durch ihre eigene Erziehung zum Untertan nicht zugelassen hätten. (Man bedenke: Zu der Zeit war die Prügelstrafe in Schule und Elternhaus erlaubt und die Frau war dem Mann nicht gleichgestellt, sondern unterstellt!) Die Jugendbünde setzten deshalb auf das Selbsterziehungsprinzip ohne Eltern und auf die Gemeinschaft, die in ihrer Freizeit (als eine Art Familie) gleichgesinnte junge Menschen zusammenführte, die sich in einer Art Teamwork gegenseitig Vertrauen schenkten und dadurch einen wechselseitigen Zusammenhalt erfuhren. Heute würde man dies vieleicht "Schule" für Sozialverhalten nennen. Als äußeres Erkennungszeichen der Zusammengehörigkeit trugen und tragen die Mitglieder eine grüne Kluft und farbige Halstücher.

9. Was heißt eigentlich nachhaltig?

Nachhaltigkeit ist ursprünglich ein Begriff aus der Forstwirtschaft und bedeutet, das man nur so viele Bäume fällen soll, wie rechtzeitig nachwachsen können. Wenn dies nicht geschieht, wie z.B. im tropischen Regenwald in Brasilien, dann verändert sich zum Beispiel unser Klima, unsere Ernten und unsere Tier- und Pflanzenwelt bedrohlich und ernsthaft. Nachhaltigkeit gibt es aber auch im Umgang  mit Geld. Das heißt wir dürfen z.B. nicht schon heute das Geld der kommenden Generationen ausgeben, so daß die keine Renten bekommen, keine Kindergärten bezahlen können und sich kein Gesundheitswesen mehr leisten können. Deshalb spielt die "Nachhaltigkeit" für uns in der Waldjugend-Hamburg e.V. eine große und wichtige Rolle. Es ist ein Ansatz, die jetzige Generation zu mahnen, unsere wertvollen Rohstoffe wie z.B. Natur, Nahrungsmittel, Erdöl oder Sauerstoff nicht zu verschwenden oder zu zerstören und sich nicht egoistisch auf Kosten kommender Generationen in Natur und Umwelt zu bedienen. Hierfür einzutreten und mit der Nachhaltigkeit einen neuen umweltorientierten, verantwortungsvollen Lebenstil zu praktizieren, ist eine der Aufgaben der Waldjugend in der heutigen Zeit.

10. Was versteht man unter entkusseln?

Heidelandschaften wie z.B. die Lüneburger Heide sind keine Naturlandschaften sondern Kulturlandschaften, die durch Menschenhand entstand sind. Diese Landschaft muss auch durch Menschenhand gepflegt werden. Würde man die Heide sich selbst überlassen, würde sie im Laufe der Zeit wieder zu Wald werden. Damit dies nicht geschieht, werden kleine Bäumchen wie Kiefer oder Birke, die sich selbst gepflanzt haben bei einer Größe von etwa 50 cm und kleiner mit der Hand oder mit Spatenhilfe entfernt. Diese Tätigkeit nennt man entkusseln. Die Waldjugend Hamburg e.V. hat führt regelmäßig Entkusslungsaktion durch.